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Häufige Fragen

Welches Messverfahren verwendet der HydroTracer?

Der HydroTracer bestimmt den Wassergehalt der Probe chemisch. Die eingebrachte Probe wird im Reaktor erhitzt, Wasser wird in Wasserstoff umgewandelt und der Wasserstoffgehalt wird von einem Sensor erfasst. Dieses patentierte Messverfahren erfasst spezifisch den Wassergehalt, andere Inhaltsstoffe werden nicht gemessen.

Ist das Gerät für sämtliche Kunststoffe geeignet?

Ja, für sämtliche technischen Kunststoffe im Bereich der Spritzgussverarbeitung. Es sind uns keine Falschmessungen bekannt. Eine Ausnahme ist PVC - hier ist die thermische Stabilität zu beachten.

Vergleich chemische Wasserbestimmung – Thermogravimetrie

Die thermogravimetrischen Feuchtebestimmer bestehen aus einer Waage mit einer darüber liegenden Heizlampe. Die Probe wird auf der Waage erhitzt, der Gewichtsverlust wird als Wassergehalt postuliert. Diese einfache Methode ist praktisch für die Bestimmung hoher Wassergehalte, z. B. in Lebensmitteln, wenn der Anteil des Wassers sehr hoch ist im Vergleich zu anderen enthaltenen Flüchtigen.

Nachteile: Es wird kein Wasser bestimmt, sondern ein Gewichtsverlust. Wodurch der Gewichtsverlust verursacht wird, kann nicht ermittelt werden. Dies kann Wasser sein oder durch andere Flüchtige verursacht werden wie Weichmacher, Paraffine, Brandhemmer etc.

Ein häufiges Verkaufsargument für die Thermogravimetrie ist die These, dass bei einer niedrigen Heiztemperatur (z.B. 110°C) der Anteil der anderen Flüchtigen vernachlässigt werden kann. Dagegen spricht, dass bei diesen Temperaturen bei der Anwesenheit von Luftfeuchte das Wasser nur teilweise aus einem hygroskopischen Testmaterial entweicht, bis ein Gleichgewichtszustand mit dem Wassergehalt der Luft erreicht ist.

Ein weiterer Nachteil ist die Heizlampe: Entgegen den Aussagen der Hersteller ist es nicht möglich, ein Kunststoffgranulat gleichmäßig per Wärmestrahlung zu erwärmen. Die Oberfläche wird mehr Wärme aufnehmen als der Kern. Dadurch wird der thermische Abbau des Kunststoffes beschleunigt (und damit der Gewichtsverlust). Dies ist bei transluzentem Material anhand der Verfärbungen gut zu erkennen.

Wie hoch ist die Messgenauigkeit? (%)

Der Messbereich liegt zwischen 0 mg und 35 mg Wasser.
Die Messgenauigkeit beträgt 0,1 mg in einem Bereich von 0 mg bis 5 mg Wasser,
0,2 mg in einem Bereich von 5,1 und 15 mg Wasser und 0,3 mg in einem Bereich von 15,1 und 30 mg Wasser.

Umrechnung des absoluten mittleren Messfehlers des HydroTracer

Um den relativen Wassergehalt des Probenmaterials zu bestimmen, wird die Wassermasse der Probe durch das Gewicht der Probe dividiert.

Beispiel 1:

Es wird bei einer Messung ein Wassergehalt von 1 mg bestimmt, die Probenmasse betrug 1 g. Der mittlere Fehler (Standardabweichung) laut Kalibrierschein beträgt 0,1 mg. Der relative Wassergehalt beträgt somit: 1 mg / 1000 mg = 0,001 = 0,1 % = 1000 ppm. Unter Vernachlässigung des Einwiegefehlers beträgt der mittlere Fehler des relativen Wassergehaltes 0,1% x (±0,1 mg / 1 mg) = ±0,01% bzw. ±100 ppm

Beispiel 2:

Es wird bei einer Messung ein Wassergehalt von 1 mg bestimmt, die Probenmasse betrug 20 g. Der mittlere Fehler (Standardabweichung) laut Kalibrierschein beträgt 0,1 mg. Der relative Wassergehalt beträgt somit: 1 mg / 20000 mg = 0,00005 = 0,005 % = 50 ppm. Unter Vernachlässigung des Einwiegefehlers beträgt der mittlere Fehler des relativen Wassergehaltes 0,005% x (±0,1 mg / 1 mg) = ±0,0005% bzw. ±5 ppm

Diese Beispiele veranschaulichen die große Bedeutung der Probenmenge auf die Genauigkeit des Messergebnisses.

Kalibrierung

Eine Kalibrierung ist in der Erstauslieferung enthalten. Eine Überprüfung der Messgenauigkeit kann durch den Kunden erfolgen, wir empfehlen jedoch die Wartung und Kalibrierung durch aboni.

Erläuterungen zum Kalibrierschein für das Feuchtemessgerät HydroTracer Typ FMX, FLV

Die Kalibrierung beruht auf einem Verfahren, das in der ISO 15512 KUNSTSTOFFE – BESTIMMUNG DES WASSERGEHALTES beschrieben wird.

Eine definierte Menge eines Analysesalzes wird im geschlossenen Reaktor auf 150 °C erwärmt, wodurch eine vollständige Verdampfung des eingeschlossenen Wassers gewährleistet wird. Das eingesetzte Salz ist Natriummolybdat-Dihydrat, dessen Kristallwasseranteil 14,89 Massen-% beträgt.

Das Salz wird mit einer Analysenwaage abgewogen, die Auflösung der Waage beträgt 0.01 mg, die Genauigkeit +/- 0.03 mg, somit beträgt die Genauigkeit der Wassereinwaage 0,03 mg x 0,1489 = 0,005 mg.

Die Rückführbarkeit dieser Methode basiert auf einer geprüften Waage, mit der das Kalibriersalz gewogen wird.

Die durchschnittlichen Ergebnisse müssen in einem Toleranzbereich liegen.

Die erlaubten Werte sind:

0,1 mg in einem Bereich von 0 mg bis 10 mg Wasser,

0,2 mg in einem Bereich von 10,1 und 20 mg Wasser und

0,3 mg in einem Bereich von 20,1 und 30 mg Wasser.

Die absolute Grenze von 0,1 mg bei einem Probegewicht von 10 g ist gleich der relativen Grenze von 0,001% = 10 ppm.

Die absolute Grenze von 0,1 mg bei einem Probegewicht von 20 g ist gleich der relativen Grenze von 0,0005% = 5 ppm.

Der empfohlene Zeitraum bis zur nächsten Kalibrierung beträgt

1 Jahr bei dauernder Nutzung,

2 Jahre bei regelmäßiger Nutzung,

2-3 Jahre bei gelegentlicher Nutzung.

Systemvoraussetzungen

Welche Mindestanforderungen hat das Steuerprogramm des HydroTracer an den PC?

Das aktuelle Steuerprogramm des HydroTracer läuft unter Windows XP (im Einzelfall zu prüfen), Windows 7, Windows 8, Windows 8.1, Windows 10.

Der Arbeitsspeicher sollte mindestens 1 GB betragen.